Enduro Bearings F6902 LLU Flanschlager in MAX-Bauweise, 15 x 28 x 7 mm, Flanschbreite 9,5 mm
Enduro Bearings F6902 LLU Flanschlager
Ein Flanschlager in MAX-Bauweise mit 15 Millimetern Innendurchmesser und 28 Millimetern Außendurchmesser. Die Breite beträgt 7 Millimeter ohne, 9,5 Millimeter mit Flansch. Beidseitig gedichtet, ABEC 3.
Das F steht für Flansch – und das ist die Passfrage
Bei diesem Lager ist der Flansch das entscheidende Merkmal — ein umlaufender Bund am Außenring. Und er macht das Lager unaustauschbar mit einem normalen.
Wozu er dient: Ein gewöhnliches Rillenkugellager wird in eine Bohrung gepresst und hält allein durch den Presssitz. Ein Flanschlager legt sich zusätzlich an eine Anlagefläche an — der Bund begrenzt die Einpresstiefe und gibt dem Lager einen definierten Sitz.
Was das leistet:
Es kann nicht zu tief eingepresst werden. Bei einem normalen Lager muss man die Tiefe kontrollieren — der Flansch übernimmt das.
Und es nimmt Axialkräfte auf. Der Bund stützt sich an der Anlagefläche ab. An einem Hinterbau, wo die Lagerstelle auch seitlich belastet wird, ist das relevant.
Was du daraus mitnehmen musst: Ein Flanschlager passt nur dort, wo der Rahmen eine entsprechende Anlagefläche vorsieht. Und ein normales Lager passt nicht in eine Aufnahme, die für ein Flanschlager gemacht ist — es würde durchrutschen oder falsch sitzen.
Deshalb der klare Rat: Bau das alte Lager aus und vergleiche. Hat es einen umlaufenden Bund am Außenring, brauchst du ein Flanschlager — hat es keinen, ein normales.
Die Maße lesen – 15 × 28 × 7/9,5
Bei einem Lager sind die Maße die einzige Kaufentscheidung, und bei einem Flanschlager sind es vier statt drei.
15 Millimeter Innendurchmesser. Der Wert, der zur Achse oder zum Bolzen passen muss.
28 Millimeter Außendurchmesser. Er muss zur Bohrung im Rahmen passen.
7 Millimeter Breite ohne Flansch. Das ist der Teil, der in der Bohrung sitzt.
9,5 Millimeter mit Flansch. Der Bund trägt also 2,5 Millimeter auf.
Und die Bezeichnung selbst lässt sich lesen:
F — Flanschausführung.
6902 — die Grundbezeichnung des Lagers. Die 9 steht für die sehr schmale Maßreihe, die 02 für 15 Millimeter Bohrung.
LLU — Enduro Bearings' Bezeichnung für beidseitige Dichtung mit Gummilippe.
ABEC 3 — die Fertigungsgenauigkeit. Für Fahrradanwendungen ausreichend; höhere Klassen zielen auf sehr hohe Drehzahlen, die am Hinterbau nie erreicht werden.
MAX – warum diese Bauweise am Hinterbau sitzt
MAX bezeichnet eine Bauweise mit mehr Kugeln als bei einem Standardlager.
Wie das geht: Bei einem gewöhnlichen Lager hält ein Käfig die Kugeln auf Abstand — und der Käfig braucht Platz. Bei einem MAX-Lager entfällt er, und stattdessen kommen über eine Füllnut mehr Kugeln hinein.
Was das bringt: Deutlich höhere Tragfähigkeit bei gleicher Baugröße. Jede einzelne Kugel trägt weniger, und das Lager hält höhere Lasten aus.
Warum das am Hinterbau genau richtig ist:
Hinterbaulager drehen kaum. Sie schwenken nur um wenige Grad hin und her — Drehzahl spielt also keine Rolle.
Aber sie tragen viel. Das gesamte Fahrergewicht plus die Schläge aus dem Gelände laufen durch diese Lager. Und bei einem E-MTB kommt erhebliches Zusatzgewicht dazu.
Was MAX-Lager dafür nicht können: hohe Drehzahlen. Ohne Käfig berühren sich die Kugeln gegenseitig — bei einem schnell drehenden Laufradlager wäre das ungünstig.
Am Hinterbau ist das der ideale Kompromiss — und der Grund, warum Enduro Bearings dort so verbreitet ist.
Wann Hinterbaulager fällig sind
Hinterbaulager sind Verschleißteile — und ihr Zustand entscheidet darüber, wie ein Fully sich anfühlt.
Der Hinterbau hat Spiel. Der klarste Test: Rad festhalten, Sattel greifen und den Hinterbau seitlich bewegen. Spürbares Spiel bedeutet ausgeschlagene Lager.
Er läuft schwergängig. Dämpfer ausbauen und den Hinterbau von Hand durchbewegen. Er muss leicht und gleichmäßig laufen — hakt es oder rastet es, sind die Lager beschädigt.
Es knarzt. Ein Fully, das unter Last Geräusche macht, hat oft trockene oder korrodierte Hinterbaulager.
Und die Federung spricht schlechter an. Das ist der Punkt, den viele übersehen: Schwergängige Lager wirken wie eine Bremse auf die Federung. Man macht dann das Fahrwerk verantwortlich und stellt daran herum — obwohl die Ursache im Hinterbau sitzt.
Wie oft: Bei regelmäßigem Einsatz einmal jährlich prüfen. Bei viel Nässe, Schlamm und am E-MTB häufiger.
Und der wichtigste Rat: Wenn du ein Lager tauschst, tausch alle. Sie haben dieselben Kilometer, und der Hinterbau wird ohnehin zerlegt — der Arbeitsaufwand fällt nur einmal an.
Zum Wechsel
Der Ausbau erfordert einen Auszieher, der das Lager gerade herauszieht. Wer mit Hammer und Durchschlag arbeitet, trifft schräg und weitet die Aufnahme auf — und dann hält auch das neue Lager nicht mehr.
Der Einbau erfordert eine Presse. Und dabei gilt der wichtigste Grundsatz beim Lagereinbau: Die Kraft muss über den Ring aufgebracht werden, der auch den Presssitz hat — also über den Außenring.
Warum das entscheidend ist: Presst man über den Innenring, läuft die gesamte Kraft durch die Kugeln hindurch. Sie hinterlassen dabei feine Eindrücke in den Laufbahnen — und das Lager ist beschädigt, bevor es einen Kilometer gelaufen ist.
Bei einem Flanschlager kommt hinzu: Der Flansch muss sauber an der Anlagefläche anliegen. Ein schräg eingesetztes Flanschlager sitzt nicht plan — und das merkt man später als Knarzen.
Und die Drehmomente beim Zusammenbau: Hinterbauschrauben haben oft eine vorgegebene Reihenfolge und definierte Werte. Zu fest angezogen klemmen die Lager, zu locker arbeiten sie sich aus.
Bring das Rad gern vorbei. Wir haben Auszieher und Presse, prüfen dabei auch, ob die Aufnahmen im Rahmen noch maßhaltig sind — und das ist bei einem Hinterbau, dessen Lager mehrfach getauscht wurden, die eigentliche Frage.
Technische Daten
Modell: Enduro Bearings F6902 LLU MAX-EA
Bauart: Flanschlager, einreihig, MAX-Bauweise ohne Käfig
Innendurchmesser: 15 mm
Außendurchmesser: 28 mm
Breite ohne Flansch: 7 mm
Breite mit Flansch: 9,5 mm
Abdichtung: beidseitig mit Gummilippe (LLU)
Genauigkeitsklasse: ABEC 3
Verwendung: Hinterbaulagerstellen an vollgefederten Rädern
Einbau: Presssitz, erfordert Auszieher und Presse
Nicht austauschbar mit: Lagern ohne Flansch
Hersteller-Artikelnummer: EB9071
Lieferumfang: ein Lager
Häufige Fragen
Was bedeutet das F in der Bezeichnung? Flansch — ein umlaufender Bund am Außenring. Er begrenzt die Einpresstiefe und nimmt Axialkräfte auf. Ein Flanschlager ist nicht durch ein normales ersetzbar.
Wie finde ich heraus, ob ich ein Flanschlager brauche? Bau das alte aus und schau es an: Hat es einen umlaufenden Bund am Außenring, brauchst du ein Flanschlager.
Warum steht die Breite zweimal? 7 mm ist die Breite ohne Flansch — der Teil, der in der Bohrung sitzt. 9,5 mm ist die Gesamtbreite inklusive Bund.
Was bedeutet MAX? Eine Bauweise ohne Käfig mit mehr Kugeln — deutlich höhere Tragfähigkeit bei gleicher Baugröße. Am Hinterbau ideal, weil dort viel Last und kaum Drehzahl auftritt.
Mein Fahrwerk spricht schlecht an – kann es an den Lagern liegen? Durchaus. Schwergängige Hinterbaulager bremsen die Federung. Bau den Dämpfer aus und beweg den Hinterbau von Hand — er muss leicht und gleichmäßig laufen.
Lagerwechsel in unserer Werkstatt: Wir ziehen die alten Lager, prüfen die Aufnahmen auf Maßhaltigkeit und pressen die neuen fachgerecht ein. Ruf uns an unter 07171 929 556.
Weitere Lager findest du in unserer Kategorie Lager und unter Werkstattbedarf. Für Fahrwerksservice, Lagerwechsel und Inspektion ist unsere Werkstatt in Schwäbisch Gmünd für dich da.
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