Merida eONE-SIXTY SL 8000 Light-E-MTB mit Carbonrahmen und Bosch SX, Guarded Gold
Merida eONE-SIXTY SL 8000 – Light-E-MTB mit Enduro-Fahrwerk
Das eONE-SIXTY SL ist Meridas leichtes E-Enduro: CF4-Carbonrahmen, 160 Millimeter Federweg vorn und hinten, Bosch Performance Line SX mit 55 Newtonmetern und ein 400-Wh-Akku im Unterrohr. Rund 20,3 Kilogramm in Rahmengröße Mid. In Guarded Gold, Größen XShort bis XLong.
SL oder nicht SL – der Unterschied, der alles bestimmt
Merida führt zwei Räder mit ähnlichem Namen, und sie sind grundverschieden. Wer das verwechselt, kauft ein Rad, das nicht zu ihm passt.
Das eONE-SIXTY ohne Zusatz ist ein Vollpower-E-MTB: großer Motor, großer Akku, Unterstützung, die den Berg für dich erledigt. Es wiegt entsprechend — je nach Ausführung deutlich über 24 Kilogramm.
Das eONE-SIXTY SL — dieses Rad — gehört zur anderen Gattung: dem Light-E-MTB. Kleinerer Motor, kleinerer Akku, deutlich weniger Gewicht.
Der Unterschied ist keine Abstufung nach oben oder unten, sondern eine andere Antwort auf die Frage, was ein E-Mountainbike sein soll.
Ein Vollpower-Rad ersetzt Kraft. Man tritt, und der Motor macht daraus mehr, als man selbst leisten könnte. Steile Rampen werden fahrbar, die man ohne Motor schieben müsste. Der Preis ist das Gewicht: Ein Rad mit 25 Kilogramm fährt sich anders, wenn der Motor aus ist oder der Akku leer — und in engen Kehren, beim Umsetzen, beim Anheben über ein Hindernis spürt man jedes Kilo.
Ein Light-E-MTB ergänzt Kraft. Es nimmt dir einen Teil der Arbeit ab, aber du bleibst der Antrieb. Mit rund 20 Kilogramm fährt es sich näher an einem unmotorisierten Enduro — es lässt sich werfen, umsetzen und über Wurzeln heben, ohne dass man kämpft.
Für wen dieses Rad gemacht ist: Für Fahrer, die selbst treten wollen und dabei mehr Höhenmeter schaffen möchten. Die eine zweite Abfahrt anhängen, statt eine Auffahrt zu überspringen. Und die Wert darauf legen, dass sich das Rad im Gelände anfühlt wie ein Mountainbike.
Für wen es nicht gemacht ist: Für Fahrer, die den Berg überwiegend dem Motor überlassen wollen. Wer 55 Newtonmeter mit 85 vergleicht und den Unterschied nicht will, ist mit dem Vollpower-Modell besser bedient — und das ist keine schlechtere Entscheidung, sondern eine andere.
Bosch Performance Line SX – was 55 Newtonmeter tatsächlich bedeuten
Der SX ist Boschs kompakter Antrieb, und er wird regelmäßig an der falschen Zahl gemessen. Ein Blick darauf, was er tatsächlich anders macht.
Er ist deutlich kleiner und leichter als der Performance Line CX. Das wirkt sich zweifach aus: Das Rad wiegt weniger, und das Motorgehäuse baut schmaler — der Abstand zwischen den Pedalen fällt geringer aus, die Tretbewegung kommt der auf einem unmotorisierten Rad näher.
Er dreht höher. Das ist der Punkt, der die Drehmomentzahl relativiert. Ein Motor liefert seine Leistung aus dem Zusammenspiel von Drehmoment und Drehzahl — und der SX bleibt bei hoher Trittfrequenz länger im Schub, wo ein drehmomentstarker Motor bereits nachlässt. Wer flüssig und mit hoher Kadenz tritt, spürt weniger Unterschied zum großen Motor, als die 55 Newtonmeter vermuten lassen.
Er reagiert auf deine Kraft. Der SX arbeitet nicht mit einem festen Wert pro Unterstützungsstufe, sondern verstärkt, was du selbst einbringst. Praktisch heißt das: Trittst du locker, kommt wenig; stellst du dich aufs Pedal, kommt viel. Man steuert den Motor mit dem Bein, nicht mit dem Daumen — und genau das lässt das Rad natürlicher wirken.
Wo die Grenze liegt: An sehr steilen Rampen im Wiegetritt, bei niedriger Trittfrequenz und hoher Last, arbeitet ein CX-Motor spürbar kräftiger. Wer solche Passagen regelmäßig fährt, sollte das wissen.
Bedient wird über das Bosch Purion 400 mit einer separaten Mini Remote am Lenker — die Hände bleiben am Griff. Als Teil des Bosch Smart System bekommt das Rad über die App Updates, eine Reichweitenprognose auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs und den Blick auf den Akkuzustand über die Zeit.
400 Wattstunden – und warum das reicht
Der Akku ist mit 400 Wattstunden deutlich kleiner als die 750 oder 800, die an Vollpower-Rädern üblich sind. Das ist kein Sparen, sondern Teil desselben Konzepts.
Ein kleinerer Motor zieht weniger Strom. Und ein leichteres Rad braucht weniger Energie, um denselben Berg hochzukommen. Die Rechnung geht deshalb auf — nicht auf dieselbe Reichweite wie ein Vollpower-Rad, aber auf eine, die für die meisten Ausfahrten passt.
Wichtiger ist der zweite Effekt: Ein 400-Wh-Akku wiegt rund zwei Kilogramm weniger als ein 750er. Bei einem Rad, dessen ganzer Sinn im geringen Gewicht liegt, ist das keine Nebensache — es ist der Grund, warum die 20,3 Kilogramm überhaupt möglich sind.
Und für die längeren Tage gibt es den Zusatzakku: Ein optionaler Range Extender mit 250 Wattstunden sitzt im Flaschenhalter und bringt die Gesamtkapazität auf 650. Der eigentliche Vorteil daran ist die Wahlfreiheit — an Tagen, an denen du ihn nicht brauchst, bleibt er zu Hause, und das Rad ist um sein Gewicht leichter. Ein fest verbauter großer Akku fährt dagegen immer mit.
Was die Reichweite tatsächlich bestimmt, sind ohnehin andere Faktoren: Höhenmeter, Untergrund, Zuladung, Reifendruck, Temperatur und die gewählte Unterstützungsstufe. Sag uns, wo du fährst, dann rechnen wir realistisch durch, ob 400 Wattstunden für deine Runden reichen — und ob sich der Extender lohnt.
64 Grad Lenkwinkel, 78,5 Grad Sitzwinkel – die Geometrie
Diese beiden Zahlen beschreiben ein modernes Enduro-Rad und stehen scheinbar im Widerspruch zueinander. Tatsächlich lösen sie zwei getrennte Probleme.
Der Lenkwinkel von 64 Grad ist flach. Er bestimmt, wie weit das Vorderrad vor dem Fahrer läuft — je flacher, desto weiter. Das ergibt Laufruhe bei Tempo und Sicherheit in steilem Gelände: Man wird nicht über den Lenker geschoben, weil das Vorderrad weiter vorn steht.
Der Sitzwinkel von 78,5 Grad ist steil. Er bringt den Fahrer im Sitzen weit nach vorn über das Tretlager. Das klingt nach dem Gegenteil, löst aber ein anderes Problem: Am steilen Anstieg bleibt Gewicht auf dem Vorderrad, statt dass es steigt. Und die Kraft kommt in einem besseren Winkel aufs Pedal.
Die Kombination aus beidem ist die eigentliche Kunst am modernen Enduro-Rahmen: bergab die Ruhe eines langen Rads, bergauf die Position eines kurzen.
Zur Größenwahl: Merida bezeichnet die Größen nicht mit S, M und L, sondern mit XShort bis XLong — und das ist mehr als eine Umbenennung. Die Einteilung folgt dem Reach, also dem Abstand vom Tretlager zum Steuerrohr. Bei einem Rad mit steilem Sitzwinkel sagt die klassische Sitzrohrlänge wenig darüber aus, wie das Rad im Stehen passt — und im Gelände steht man die meiste Zeit.
Praktisch heißt das: Die passende Größe hängt weniger an deiner Körpergröße als daran, wie du fahren willst. Kürzer ist wendiger und verspielter, länger laufruhiger und sicherer bei Tempo. Komm zur Beratung vorbei — bei diesem Größensystem ist das Gespräch mehr wert als jede Tabelle.
29 Zoll oder Mullet – zwei Räder in einem
Serienmäßig rollt das eONE-SIXTY SL auf 29 Zoll an beiden Enden. Der Rahmen erlaubt aber auch ein Mullet-Setup: 29 Zoll vorn, 27,5 Zoll hinten.
Was 29 Zoll durchgehend bringt: Ein großes Laufrad rollt leichter über Hindernisse, weil es flacher darauf trifft. Es hält Tempo besser und läuft ruhiger — die Standardwahl für Strecken, auf denen man schnell unterwegs ist.
Was Mullet bringt: Das kleinere Hinterrad senkt das Heck und schafft Platz zwischen Sattel und Hinterreifen. Bei steilen Abfahrten, wenn man weit hinter den Sattel geht, ist das spürbar. Und das Rad dreht enger, weil das Hinterrad einen kleineren Radius beschreibt.
Für wen was: Wer schnelle, offene Strecken fährt, bleibt bei 29. Wer viel in engen, steilen Kehren unterwegs ist oder eine kleinere Rahmengröße fährt, profitiert vom Mullet.
Wichtig beim Umbau: Ein kleineres Hinterrad verändert Lenkwinkel und Tretlagerhöhe — das gehört über die Rahmengeometrie ausgeglichen. Sag uns Bescheid, wenn du umrüsten willst; wir klären, was dein Rahmen dafür vorsieht.
Ausstattung
Das Fahrwerk kommt von RockShox: eine Lyrik Select+ in der E-MTB-Ausführung mit 160 Millimetern Federweg und ein Super Deluxe Select+ Dämpfer. Beide liegen eine Stufe unter den Topversionen — im Fahrverhalten ist der Abstand gering, gespart wird vor allem an Einstellmöglichkeiten.
Geschaltet wird über SRAM GX Eagle Transmission AXS, kabellos und zwölffach, mit einer Kassette von 10 bis 52 Zähnen. Die Transmission-Gruppe verzichtet auf das klassische Schaltauge und schraubt das Schaltwerk direkt an die Achse — das macht sie unempfindlich gegen Schläge und erspart die Einstellung nach jedem Steinkontakt.
Gebremst wird mit SRAM DB8 Stealth Vierkolbenbremsen auf 200-Millimeter-Scheiben — großzügig dimensioniert für ein Rad dieser Klasse, und für lange Abfahrten die richtige Auslegung. Die Laufräder sind DT Swiss HX 1700 mit 30 Millimetern Maulweite, tubeless-tauglich; bereift mit Maxxis Assegai vorn und Minion DHR II hinten — die bewährte Enduro-Paarung mit griffigerem Reifen vorn.
Dazu eine absenkbare Sattelstütze mit 150 bis 200 Millimetern je nach Größe, ein 780-Millimeter-Lenker und ab Werk integrierte Beleuchtung.
Technische Daten
Modell: Merida eONE-SIXTY SL 8000
Kategorie: Light-E-MTB, All Mountain und Enduro, Kategorie 4
Farbe: Guarded Gold
Rahmengrößen: XShort, Short, Mid, Long, XLong
Rahmen: eONE-SIXTY SL CF4 Carbon, 160 mm Federweg, Steckachse 148 × 12 mm, integrierter Akku
Lenkwinkel: 64 Grad
Sitzwinkel: 78,5 Grad
Laufradgröße: 29 Zoll, Mullet-Setup möglich
Motor: Bosch Performance Line SX, 55 Nm
Akku: Bosch CompactTube 400 Wh, integriert, optional 250 Wh Zusatzakku
Display und Steuerung: Bosch Purion 400 und Mini Remote
Gabel: RockShox Lyrik Select+ E-MTB, 160 mm, 44 mm Offset
Dämpfer: RockShox Super Deluxe Select+
Schaltung: SRAM GX Eagle Transmission AXS, kabellos, 12-fach
Kassette: SRAM GX Eagle Transmission, 10 bis 52 Zähne
Kurbel: SRAM GX Eagle E-MTB, 165 mm, 34 Zähne
Bremsen: SRAM DB8 Stealth, Vierkolben, SRAM HS2 Scheiben 200 mm
Laufräder: DT Swiss HX 1700, Aluminium, 30 mm Maulweite, tubeless-ready
Reifen: Maxxis Assegai 29 × 2.5 vorn, Maxxis Minion DHR II 29 × 2.4 hinten
Lenker: Merida Expert eTR, 780 mm
Sattelstütze: Merida Comp TR III Dropper, 150 bis 200 mm je nach Größe
Beleuchtung: Scheinwerfer und Rücklicht integriert
Gewicht: rund 20,3 kg in Rahmengröße Mid
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg
Hersteller-Artikelnummer: 8825222500U
Häufige Fragen
Was unterscheidet das SL vom normalen eONE-SIXTY? Das SL ist ein Light-E-MTB: kleinerer Motor mit 55 Nm, 400-Wh-Akku, rund 20,3 kg. Das eONE-SIXTY ohne Zusatz ist ein Vollpower-Rad mit mehr Drehmoment, größerem Akku und deutlich mehr Gewicht.
Reichen 55 Nm im Gelände? Für Fahrer, die selbst treten wollen, ja. Der SX dreht höher als ein CX und bleibt bei flüssiger Trittfrequenz länger im Schub. An sehr steilen Rampen im Wiegetritt merkt man den Unterschied — dort arbeitet ein CX kräftiger.
Wie weit komme ich mit 400 Wh? Das hängt von Höhenmetern, Untergrund, Gewicht und Unterstützungsstufe ab. Für die meisten Trailrunden reicht es; für lange Tage gibt es den 250-Wh-Zusatzakku. Sag uns, wo du fährst, dann rechnen wir es durch.
Welche Rahmengröße passt mir? Merida teilt nach Reach ein, nicht nach Sitzrohrlänge. Die Wahl hängt davon ab, wie du fahren willst — kürzer wendiger, länger laufruhiger. Komm zur Beratung vorbei.
Kann ich auf Mullet umbauen? Ja, der Rahmen ist dafür vorgesehen. Ein kleineres Hinterrad senkt das Heck und macht das Rad in engen Kehren wendiger — die Geometrie sollte dabei mitbedacht werden.
Fragen zu Größe oder Ausstattung? Wir helfen dir bei der Wahl der passenden Rahmengröße und stimmen das Fahrwerk auf dein Gewicht ab. Ruf uns an unter 07171 929 556.
Fahrfertig geliefert: Alle Bikes werden bei uns zu rund 95 % vormontiert und vor dem Versand von unseren Mechanikern fachmännisch geprüft. So musst du nur noch wenige Handgriffe erledigen und kannst schnell aufs Rad.
Weitere Modelle findest du in unserer Kategorie E-Bikes und in der Merida Markenwelt. Für Fahrwerksservice, Akkuservice und Inspektion ist unsere Werkstatt in Schwäbisch Gmünd für dich da.
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