Lapierre Zesty CF 10.9 Carbon-Fully mit RockShox Flight Attendant, Translucent Hex Blue
Lapierre Zesty CF 10.9 – Trailbike mit mitdenkendem Fahrwerk
Das Zesty CF 10.9 ist Lapierres Topmodell im Trail- und All-Mountain-Bereich: Carbonrahmen, 150 mm Federweg, Carbonlaufräder und eine Ausstattung, die fast ohne Züge auskommt. Das eigentliche Merkmal sitzt aber im Fahrwerk – Gabel und Dämpfer regeln ihre Dämpfung selbstständig, abhängig davon, was gerade unter den Rädern passiert. In Translucent Hex Blue, Rahmengrößen S bis L.
Flight Attendant – wenn das Fahrwerk selbst entscheidet
Jedes gute Fahrwerk steckt in derselben Zwickmühle. Offen und sensibel abgestimmt schluckt es Schläge hervorragend, wippt aber beim Pedalieren und frisst Kraft. Straff abgestimmt tritt es sich effizient, reicht dafür jeden Schlag durch. Die klassische Lösung ist ein Hebel am Dämpfer, mit dem man vor dem Anstieg zusperrt und oben wieder öffnet. In der Theorie perfekt – in der Praxis vergisst man es, oder man greift auf ruppigen Passagen nicht mehr hin.
Flight Attendant nimmt einem diese Entscheidung ab. In Gabel und Dämpfer sitzen Sensoren, die mehrmals pro Sekunde messen, was am Rad passiert: wie stark eingefedert wird, wie das Rad im Gelände liegt, ob überhaupt Stöße ankommen. Dazu kommt eine Information, die dieses System von einfacheren Lösungen unterscheidet – die Kurbel hat einen Leistungsmesser, und das Fahrwerk weiß dadurch, wie kräftig du gerade trittst. Es unterscheidet also nicht nur zwischen glatt und ruppig, sondern auch zwischen Rollen und Antreten.
Aus diesen Daten wählt das System selbstständig zwischen drei Dämpfungsstufen – offen, gestrafft und gesperrt – und schaltet dabei in Millisekunden um. Was das im Gelände bedeutet: Du trittst am Berg an, das Fahrwerk strafft sich. Mitten im Anstieg kommt eine Wurzelstufe, das Fahrwerk öffnet für den Schlag und strafft sofort danach wieder. Am Gipfel drehst du um, hörst auf zu treten, und es steht offen, bevor du den ersten Meter abwärts gefahren bist. Nichts davon musst du bedienen.
Wer lieber selbst bestimmt, kann die Grundtendenz verschieben – Richtung straffer für effizientes Fahren, Richtung offener für Komfort – oder über den Lenkerschalter manuell eingreifen. Das System nimmt einem die Arbeit ab, nicht die Kontrolle.
Ein Rad fast ohne Züge
Rechnet man zusammen, was an diesem Rad kabellos arbeitet, bleibt wenig übrig: Das Schaltwerk ist eine SRAM X0 Eagle AXS mit eigenem Akku. Die absenkbare Sattelstütze ist eine Reverb AXS, ebenfalls per Funk angesteuert. Gabel und Dämpfer haben jeweils ihre eigene Stromversorgung. Bedient wird alles über Pod-Schalter am Lenker. Im Rahmen liegen damit nur noch die beiden Bremsleitungen.
Das hat handfeste Folgen. Ein Schaltzug wird mit der Zeit schwergängig, weil Schmutz und Nässe in die Außenhülle kriechen – die Schaltung wird über Monate schleichend ungenauer, ohne dass etwas kaputtgeht. Eine Zugleitung für die Dropper-Stütze muss durch den Rahmen gefädelt werden, klappert bei schlechter Verlegung und begrenzt, wie weit sich die Stütze versenken lässt. Beides entfällt hier vollständig. Und wer den Rahmen schon einmal wegen einer inneren Zugverlegung zerlegt hat, weiß, was das bei einer Wartung bedeutet.
Der ehrliche Gegenpunkt: Du hast mehrere Akkus zu laden, und du bist auf Elektronik angewiesen, die im Fehlerfall teurer ist als ein Schaltzug. Die Reichweiten liegen im Bereich mehrerer Ausfahrten, und die Akkus von Schaltwerk und Sattelstütze sind untereinander tauschbar – im Notfall opfert man also die Dropper zugunsten der Schaltung. Wer das System nicht will, findet auch mit mechanischer Ausstattung sehr gute Räder. Wer es will, bekommt hier die konsequenteste Umsetzung.
Geometrie und Bereifung
Mit 64,5 Grad Lenkwinkel und 77 Grad Sitzwinkel folgt das Zesty der modernen Trailbike-Auslegung: flach genug für Sicherheit bei Tempo und in steilem Gelände, steil genug am Sitzrohr, um beim Klettern Druck auf dem Vorderrad zu halten. Der Reach von 460 Millimetern in Größe M ist großzügig – das Rad steht satt, statt nervös zu wirken.
Die Reifen folgen der bewährten Aufteilung: vorn ein Maxxis Assegai in 2,5 Zoll mit der weichen MaxxGrip-Mischung, hinten ein Dissector in 2,4 Zoll mit der härteren MaxxTerra. Vorn zählt Kurvenhalt, weil ein wegrutschendes Vorderrad die Fahrt beendet; hinten zählt der Kompromiss aus Traktion und Laufleistung, weil dort die Antriebskraft übertragen wird und der Verschleiß anfällt. Gebremst wird über SRAM Level Silver mit vier Kolben und großzügigen Scheiben – 200 Millimeter vorn, 180 hinten.
Technische Daten
Modell: Lapierre Zesty CF 10.9, Modelljahr 2025
Farbe: Translucent Hex Blue, glänzend
Rahmengrößen: S, M und L
Rahmen: Carbon, vollgefedert, Ausführung High
Federweg: 150 mm
Gabel: RockShox Lyrik Ultimate Flight Attendant, 29 Zoll, 15 × 110 mm, 150 mm Federweg, 44 mm Offset
Dämpfer: RockShox Super Deluxe Ultimate Flight Attendant, 205 × 60 mm
Schaltung: SRAM X0 Eagle AXS T-Type, kabellos, 12-fach
Schalthebel: SRAM AXS Pod Controller, links und rechts
Kassette: SRAM T-Type, 10-52 Zähne, XD-Freilauf
Kette: SRAM X0 T-Type, 12-fach
Kurbel: SRAM X0 Eagle T-Type DUB mit integriertem Leistungsmesser, 32 Zähne, 170 mm
Kettenführung: Lapierre, für Einfachantrieb
Innenlager: SRAM PressFit DUB PF 92 MTB Wide
Bremsen: SRAM Level Silver Stealth, hydraulische Vierkolben-Scheibenbremsen, Post Mount
Bremsscheiben: SRAM HS2, 200 mm vorne, 180 mm hinten, 6-Loch
Laufräder: Lapierre AM Carbon, 29 Zoll
Reifen vorne: Maxxis Assegai, 3C MaxxGrip, NEXO+, tubeless-ready, 2.50 WT
Reifen hinten: Maxxis Dissector, 3C MaxxTerra, NEXO+, tubeless-ready, 2.40 WT
Lenker: Race Face SIXC Flatbar, 785 mm, 20 mm Rise, 31,8 mm
Vorbau: Lapierre Thirty One, 0 Grad, 31,8 mm, 45 mm
Steuersatz: Acros, teilintegriert, ZS56/ZS56 Block Lock
Griffe: Lapierre, eloxiert, schlanker Durchmesser
Sattel: Prologo Scratch M5 PAS
Sattelstütze: SRAM Reverb AXS Dropper, kabellos, 31,6 mm, 150 mm Hub
Pedale: XLC by VP
Lenkwinkel: 64,5 Grad
Sitzwinkel: 77 Grad
Kettenstrebenlänge: 432,6 mm
Tretlagerabsenkung: 26,4 mm
Reach: 460 mm (Größe M)
Stack: 626 mm (Größe M)
Radstand: 1.226 mm (Größe M)
Zulässiges Gesamtgewicht: 120 kg
Lieferumfang: Rad, Steckachse mit integriertem Flaschenöffner, Tubeless-Ventile, AXS Pod für Flight Attendant
Hersteller-Artikelnummer: LZNTA430
Häufige Fragen
Was macht Flight Attendant genau? Sensoren in Gabel und Dämpfer messen laufend, was im Gelände passiert, und der Leistungsmesser in der Kurbel liefert dazu, wie stark du trittst. Aus beidem wählt das System selbstständig zwischen offen, gestrafft und gesperrt – in Millisekunden und ohne dass du eingreifen musst.
Kann ich das Fahrwerk auch manuell bedienen? Ja. Über den Lenkerschalter greifst du jederzeit ein, und die Grundtendenz lässt sich in Richtung straffer oder offener verschieben.
Wie viele Akkus muss ich laden? Schaltwerk, Sattelstütze, Gabel und Dämpfer haben eine eigene Stromversorgung. Die Akkus von Schaltwerk und Sattelstütze sind untereinander tauschbar. Wir zeigen dir bei der Übergabe, wie du den Ladestand im Blick behältst.
Was passiert, wenn ein Akku leer ist? Das Fahrwerk bleibt in einer nutzbaren Stellung stehen, das Rad ist also weiter fahrbar. Bei leerem Schaltwerksakku kannst du den Akku der Sattelstütze umstecken, um weiterzuschalten.
Warum sind vorn und hinten verschiedene Reifen montiert? Vorn der Assegai mit weicher Mischung für maximalen Kurvenhalt, hinten der Dissector mit härterer Mischung, der besser rollt und länger hält. Das Vorderrad führt, das Hinterrad treibt an und verschleißt.
Fragen zu Größe oder Ausstattung? Bei einem Rad dieser Klasse lohnt sich das persönliche Gespräch – auch zur Einrichtung des Fahrwerks. Ruf uns an unter 07171 929 556.
Fahrfertig geliefert: Alle Bikes werden bei uns zu rund 95 % vormontiert und vor dem Versand von unseren Mechanikern fachmännisch geprüft. So musst du nur noch wenige Handgriffe erledigen und kannst schnell aufs Rad.
Weitere Modelle findest du in unserer Kategorie Fahrräder und in der Lapierre Markenwelt. Für Fahrwerksservice, Setup und Inspektion ist unsere Werkstatt in Schwäbisch Gmünd für dich da.
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